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Bundesoberstufenrealgymnasium Hermagor

Eine Schulgeschichte.

 

Dir. Prof. Mag. Dr. Andreas Schuller

OStR. Prof. Mag. Dr. Marina Jamritsch

 

 

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„Mit großer Freude begrüße ich die Lehrer und Schüler dieser

Stätte höherer Bildung, an welcher der Schlüssel zur Universität

und zur Pädagogischen Akademie erarbeitet wird.“

Widmung im Klassenbuch vom 20.9.1966
von Bundesminister Dr. Theodor Piffl-Perčevič 

 

 

Im September 1966 eröffnet Unterrichtsminister Dr. Theodor Piffl-Perčevič   die erste Klasse des „Musisch-pädagogischen Realgymnasiums“ in Hermagor. Die Bildungs- und Wissenschaftspolitik gehörte damals zu den zentralen Anliegen der Regierung unter Bundeskanzler Dr. Josef Klaus, einem gebürtigen Gailtaler. Zahlreiche Oberstufenrealgymnasien und Universitäten wurden in dieser Zeit gegründet und damit wichtige bildungspolitische Weichenstellungen und Impulse für Österreich gesetzt.

Auch im Bezirk Hermagor erkannte man damals die Chance ein Gymnasium zu gründen, ein Projekt, an dem alle politischen Vertreter und Kräfte zusammenwirkten. In einem Übereinkommen der Gemeinden des Bezirks errichtete die Republik Österreich ab dem Schuljahr 1966/67 in Hermagor eine Klasse nach dem Lehrplan des Musisch-pädagogischen Realgymnasiums, falls die Entwicklung der Schülerzahlen dies rechtfertige, wäre der Ausbau zu einem vollorganisierten Musisch-pädagogischen Realgymnasium geplant.

Da der Bund vorerst nicht alle Kosten selbst übernehmen konnte, mussten sich die Gemeinden zum Erbringen finanzieller und räumlicher Leistungen verpflichten. Diese Verpflichtung wurde durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten in der Volksschule Hermagor bzw. in der Haupt- und Musikschule erbracht, ebenso die Kosten für Reinigung, Beleuchtung, Heizung, Lehrmittel, Kanzlei, eine Schreibkraft und der Schulwart.

Die Gemeinden mussten überdies die Reisekosten für die Lehrer tragen und die Stadtgemeinde Hermagor Lehrerwohnungen in ihr Wohnbauprogramm einbauen. Weiters wurden die Gemeinden verpflichtet, ein 18.000 m2 großes Areal für einen Schulneubau unentgeltlich zu übereignen.

Das Oberstufenrealgymnasium in Hermagor wurde vorerst als Expositur des Bundesgymnasiums Villach-Perau und mit dislozierten Klassen geführt. Insgesamt 41 (!) Schülerinnen und Schüler zählte damals die erste 5. Klasse. Als Klassenvorstand der Eröffnungsklasse wirkte Prof.  Friedl Pauschenwein, ab der 6. Klasse bis zur ersten Matura 1971 Prof. Dr. Dieter Wagner, Direktor war Hofrat Karl Henhapl aus Villach. Der Schulgründung gingen bereits intensive Bemühungen und Gespräche des Gemeinderates der Stadt Hermagor mit Bürgermeister Rudolf Tillian, Landesrat Hans Schumi und des Vereins der „Freunde des musisch-pädagogischen Realgymnasiums mit Sitz in Hermagor“ voran.

Für viele junge Gailtalerinnen und Gailtaler war es mit der Errichtung des „MUPÄD“ in Hermagor nun leichter möglich, ein Gymnasium zu besuchen, die Reifeprüfung im eigenen Bezirk abzulegen und die Berechtigung zum Besuch einer Universität zu erlangen. Damit erschlossen sich der Jugend im Tal neue Möglichkeiten, und das Gailtal trat einen Schritt aus seiner bildungspolitischen Randlage heraus; Schritte mit weitreichenden Folgen für Generationen.

In den ersten vier Jahren des Bestehens mussten sich die Gemeinden des Bezirkes noch an der Finanzierung beteiligen, seit der ersten Matura im Jahre 1971 trägt der Bund die Kosten. Am 1. Jänner 1972 wurde die Expositur des BG und BRG Villach verselbständigt und das MUPÄD Hermagor auch in rechtlicher Hinsicht ein autonomer Schulstandort.

Damals wie heute gilt, dass ein gut entwickeltes und breit angelegtes Schulangebot gerade für den ländlichen Raum einen wesentlichen und nachhaltigen Standortfaktor bedeutet, das Image und die Attraktivität einer Region erhöht, die Wirtschaft stärkt und qualifizierte Arbeitsplätze schafft.

In den „Gründerjahren“ waren die Gymnasialklassen im Volksschulgebäude untergebracht; in den Folgejahren, als die Schule längst auf acht Klassen gewachsen war, wurde durch den Raummangel ein Neubau dringlich, der 1983 eröffnet wurde. In diesem Bundesschulzentrum fanden neben unserem Gymnasium auch die Fachschule für wirtschaftliche Berufe und die Stadtbibliothek ihren Platz.

 

Schulleiter am Bundesoberstufenrealgymnasium Hermagor seit 1966 

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1966 HR Prof. Karl Henhapl 

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1969 OStR. Prof. Herbert Kowatsch

 



1971    Dir.Prof. Dr. Hans Sattek

 



1983  Dir.OStR. Prof. Mag. Norbert Cencig


 Grabner
1991 Dir. Prof. Dr. Herbert Grabner 

 






2000 OStR. Prof. Mag. Norbert Steirer

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2001 Dir. HR Prof. Mag. Hans Hohenwarter

 
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2013 Dir. Prof. Mag. Dr. Andreas Schuller

 

  

Nach dem Auszug und Neubau der Volksschule Hermagor wiederum fast zwanzig Jahre später fand unsere Schule im renovierten Altbau ihre neue alte Heimstätte.  Aus einem ehemaligen Innenhof wurde die schöne Schulaula, die unseren internen und öffentlichen Veranstaltungen einen würdigen Rahmen bietet.

 

  Unser Schulgebäude im Laufe der Jahrzehnte

 
1896

"Kaiser Franz Josef Volksschule" ca. 1896

 
1910

Volksschule mit Promenade um 1910

 
1968

Foto von 1968
 
Gebaeude

Drohnenaufnahme von 2022

 

Seit den Gründungsjahren hat das BORG Hermagor immer wieder sein Schulprofil, seine Zweige und das Angebot für die Schülerinnen und Schüler den gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen der Zeit angepasst, um der Jugend ein modernes und den Erfordernissen ihrer Lebensumwelt und beruflichen Zukunft entsprechendes Bildungsangebot zu geben. Die heutigen beiden Ausbildungswege, der Kreativzweig mit Sozialmanagement und der Informatikzweig mit Programmieren und Mediendesign, tragen dieser Entwicklung Rechnung.

Neben den Schulleitungen hatten stets auch die Administrationen und Sekretariate einen hohen Anteil an der organisatorischen Umsetzung der Schulentwicklung und am reibungslosen Ablauf des Schulalltages und damit an der Zufriedenheit aller Schülerinnen und Schüler, der Eltern und Kollegenschaft. Die fortschreitende Digitalisierung im Schulwesen bedeutete und bedeutet auch in diesem Bereich von Jahr zu Jahr neue Herausforderungen und eine stete Veränderung der Arbeitswelt und Verwaltung. Als Administratoren wirkten seit 1990 Prof. OStR. Mag. Norbert Steirer, Prof. OStR. Mag. Harald Assinger und Prof. Mag. Martin Wastian. Das Sekretariat wurde von Frau Elisabeth Ressi, Frau Barbara Krassnig, Frau Doris Edthofer und Frau Petra Hohenwarter betreut und wird seit 1994 von Frau Ines Martina Obernosterer geleitet.

2010 wurde der Schule von der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation) in Paris das Prädikat UNESCO-Schule verliehen - Auszeichnung und Verpflichtung zugleich, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern einen Weg der Weltoffenheit, Toleranz und der Friedenserziehung zu gehen, der im Schulalltag spür- und erlebbar sein soll. Als Unesco-Schulreferent*innen wirkten seit 2010 Dr. Andreas Schuller, Mag. Barbara Köck und Mag. Isabella Jost.

Im Schuljahr 2019/2020 wurden die beiden Turnsäle, der Zeichensaal sowie der Physik/Biologie- und Chemiesaal erneuert. Mit der Modernisierung wurde damit auch dem steigenden Interesse der Schülerinnen und Schüler an den Naturwissenschaften Rechnung getragen und parallel dazu das autonome Wahlpflichtfach Naturwissenschaften eingeführt.

Auch der Informatikunterricht mit Programmieren hat sich in den letzten Jahrzehnten stets weiterentwickelt und trägt diesem Gedanken Rechnung. Ein grundlegendes Verständnis in einer digitalisierten Welt gehört mittlerweile zur Allgemeinbildung Durch zahlreiche Überschneidungen mit Technik, Wirtschaft und Naturwissenschaften ergeben sich darüber hinaus neue und interessante Arbeitsfelder.

Im Jahr 2021 wurde das BORG Hermagor in den Kreis der Ökolog-Schulen aufgenommen, die sich besonders um die Vermittlung des Ökologiegedankens bemühen.

Seit den Anfängen haben rund 2000 junge Menschen unserer Region ihre Reifeprüfung am Gymnasium in Hermagor abgelegt und damit den Grundstein für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg gelegt. Sie sind heute in allen Berufssparten im In- und Ausland tätig, in den Bereichen Medizin, Wirtschaft, Technik und Naturwissenschaften, Verwaltung, Rechtswissenschaften, in pädagogischen und wissenschaftlichen Berufsfeldern an Schulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, in der Welt des diplomatischen Dienstes und der NGO‘s, der Politik und Medien sowie der Kunst und Kultur.

Die Verbundenheit der Schule und ihrer Schülerinnen und Schüler mit der Region zeigte sich im Laufe der Jahrzehnte auch in den zahlreichen Fachbereichsarbeiten und Vorwissenschaftlichen Arbeiten, die das Gailtal mit seinen naturwissenschaftlichen, historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Besonderheiten zum Inhalt hatten. Die Themenpalette und die Qualität der Arbeiten dürfen uns mit einigem Stolz erfüllen, nicht zuletzt wurden zahlreiche Arbeiten im Laufe der Jahre mit Preisen gewürdigt.

Als Ausdruck einer besonderen Tradition und Wertschätzung wurden seit der Schulgründung die beste Maturantin und der beste Maturant eines Jahrgangs durch Herrn Eberhard Reichsgraf von Kuenburg (1925-2020) mit einem Präsent ausgezeichnet. Für die mittlerweile fast hundert Maturantinnen und Maturanten bedeutete dies nicht nur Anerkennung, sondern vor allem auch eine schöne und lebenslange Erinnerung.

„Er war seit der Gründung dieser Schule (1966) deren Gönner. Ohne persönlich und öffentlich je in Erscheinung treten zu wollen, ließ er vor der jährlichen Maturafeier für die Beste und den Besten des Jahrgangs sein Präsent übermitteln. Für die Schüler war/ist das „Grafengeschenk“ wie im antiken „Agon“ der Lorbeerkranz, für die Schule solche Patronanz Auszeichnung und die Möglichkeit, ein „summa cum laude“ zu vergeben.“ (OStR. Prof Mag. Dr. Marina Jamritsch)

Die Schule fungiert(e) stets auch als Kulturträger der Region und sieht ihren Bildungsauftrag über das alltägliche Unterrichtsgeschehen hinaus auch im Angebot von kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungen; dabei ist und war es dem BORG Hermagor immer auch ein Anliegen, über die Grenzen des Schulhauses hinaus in die Öffentlichkeit zu wirken. Chor- und Bandmusik, Vernissagen im bildnerisch-künstlerischen Bereich, Theaterproduktionen und Lesungen namhafter Wissenschaftler und Autoren gehören zum festen Bestandteil des Unterrichtsgeschehens.

Nach mehr als zehnjährigen Bemühungen wurde die Einrichtung einer Unterstufenklasse seitens des BMBWF unter Herrn Bundesminister Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann beschlossen und unser Bezirk dadurch um eine Schulform reicher. Ein jahrelanges Ringen fand damit sein positives Ende. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit dem BG/BRG Perau in Villach und mit räumlicher Unterstützung des Schulgemeindeverbandes Hermagor.

Die Schulform erfreut sich mittlerweile bei den Eltern großer Akzeptanz. Der Bezirk Hermagor wurde mit der Errichtung der gymnasialen Unterstufe allen anderen Bezirken Kärntens gleichgestellt, die Infrastruktur des Tales verbessert und Hermagor als Bezirks- und Schulstandort aufgewertet.

Mit dem Schuljahr 2023/2024 erhält das Bundesoberstufenrealgymnasium gemeinsam mit der Höheren Lehranstalt für Wirtschaft eine neue Organisationsstruktur im Rahmen eines Bundesschulclusters.

Der schöne Leitsatz des Österreichischen Schulorganisationsgesetzes, wonach sich die österreichische Schule nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen orientieren solle und die Jugend zu verantwortungsbewussten Bürgern, zur Fähigkeit eines selbständigen Urteils, zu Toleranz und zum demokratischem Bewusstsein erzogen werden soll, möge als ehrenvolle Aufgabe im Sinne unserer Gailtaler Kinder und Jugendlichen auch in den kommenden Jahren am Gymnasium Hermagor bestehen bleiben!

Vivant crescant floreant – discipuli et magistri scholae Hermagorensis!

Adresse

BORG Hermaor
A-9620 Hermagor, 10.-Oktoberstrasse 9

Sekretariat: 04282 2075

borg-hermagor@bildung-ktn.gv.at

Mo-Fr: 8.00 - 12.00

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